
Das planmässige Vorgehen
Eine Methode ist der Weg zu etwas hin. Ein nach Gegenstand und Ziel planmässiges (methodisches) Vorgehen.
«Es geht nicht um das Erlernen von Kochrezepten, sondern um das Kochen selbst.»
Beim planmässigen Vorgehen in der Strafverteidigung geht es – bildhaft gesprochen – nicht um das Erlernen von möglichst vielen «Kochrezepten», sondern um das Kochen selbst. Es genügt für eine gute Strafverteidigung nicht, möglichst viele «Kochrezepte» zu kennen, um gut und kreativ zu sein. Es geht darum, die Kunst des Kochens an sich zu beherrschen. Eine gute Köchin bzw. ein guter Koch zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie bzw. er aus den tatsächlich vorhandenen Zutaten eine schmackhafte Mahlzeit zubereiten kann, auch wenn es an einem Standardrezept mangelt.
Dasselbe gilt für Bergführerinnen und Bergführer. Auch sie haben zu erlernen, sich in allen Arten von schwierigem Gelände auf hohem Niveau sicher bewegen zu können, unabhängig davon, ob sie ein spezifisches Gelände zuvor bereits begangen haben oder nicht. Es geht um ihre Fertigkeit, schwieriges Gelände innerhalb der Gesamtsituation richtig einzuschätzen und sich darin sicher zu bewegen, um darauf basierend für sich und ihre Gäste einen sicheren Weg von A nach B zu finden.

Für ein wirksames planmässiges Vorgehen in der Strafverteidigung genügt es zumindest nach der Bergführermethode nicht, «Kochrezepte» auswendig zu kennen und sie nachkochen zu können. Es bedarf vielmehr einer Methode, mit der sich das planmässige Vorgehen einer wirksamen Strafverteidigung losgelöst vom Einzelfall generell abstrakt erfassen lässt.
Es kann in der angewandten Strafverteidigung – so das Verständnis der Bergführermethode – auf verschiedenste Art und Weise planmässig vorgegangen werden, wie auch auf verschiedene Arten in den Bergen gut geführt oder auf unterschiedliche Weise gut gekocht werden kann. Es existiert nach der Bergführermethode kein heiliger Gral der einzig richtigen Methode.
Dementsprechend stellt die Bergführermethode innerhalb der angewandten Strafverteidigung eine der möglichen Varianten für ein planmässigen Vorgehens dar. Sie verfügt mit dem Lukmaniermodell als Kern über eine stabile und belastbare Grundstruktur. Insbesondere die Trias Lage, Ziel und Umsetzung schafft im Rahmen ihrer Einfach- und Klarheit das Grundgerüst für jede Fallbearbeitung, mit dem sich das planmässige Vorgehen einer wirksamen Strafverteidigung losgelöst vom Einzelfall generell-abstrakt erfassen lässt. Der stabile und belastbare Kern wird ergänzt durch ein flexibles Instrumentarium, das je nach Art des im realen Strafprozess zu begehenden Geländes falladäquat zum Einsatz gelangt.
««Eine Methode ist der Weg zu etwas hin. Im realen Strafprozess geht es um die Fertigkeit der Strafverteidigerin bzw. des Strafverteidigers, schwieriges Gelände innerhalb der Gesamtsituation richtig einzuschätzen und sich darin mit der Mandantin bzw. dem Mandanten gezielt und sicher zu bewegen. Es geht um die Fertigkeit des planmässigen Vorgehens innerhalb einer festen Grundstruktur mit flexiblem Instrumentarium.»
Mit dem Projekt der Bergführermethode soll ein Beitrag geleistet werden, das von der Strafverteidigung tagtäglich begangene «Bergmassiv der Methode im realen Strafprozess» Schritt für Schritt besser zu erschliessen und zu verstehen.
Das Projekt versteht sich nicht als kommunikative Einbahnstrasse. Rückmeldungen und konstruktive Kritik sind willkommen.

Eine Methode bedarf einer Basis
Eine Methode bedarf einer Basis. Diese bildet in der Strafverteidigung nach der Bergführermethode das Lukmaniermodell.
Hinsichtlich eines planmässigen Vorgehens ist es dabei essentiell, zumindest hinsichtlich den wesentlichen Aspekten der eigenen Tätigkeit Standardabläufe (Lage, Ziel und Umsetzung) zu erkennen, zu definieren und eine gemeinsame Sprache samt Instrumentarium zu entwickeln. Insbesondere eine gemeinsame Terminologie bildet eines der wesentlichsten Werkzeuge, um sich mit Kolleginnen und Kollegen qualitativ hochstehend mit der eigenen Tätigkeit auseinandersetzen und sich gegenseitig weiterbringen zu können. An einem solchen Instrumentarium mangelt es – soweit ersichtlich – zumindest weitestgehend in der angewandten Strafverteidigung.
Mit der Bergführermethode soll ein solches Instrumentarium geschaffen werden. Neben der qualitativ hohen Auseinandersetzung mit der eigenen Tätigkeit soll dadurch die Zusammenarbeit in einem Team, bei Sockelverteidigungen, Stellvertretungen oder Fallübergaben erleichtert werden.
Nachfolgend werden für die Bergführermethode wesentliche Instrumente begrifflich gefasst und dargestellt.

Das Lukmaniermodell als stabiler Kern und das flexible Instrumentarium
Die Bergführermethode basiert auf der Metapher des Bergführers und setzt sich aus dem Lukmaniermodell, insbesondere der Trias, Lage, Ziel und Umsetzung, als stabile und belastbare Grundstruktur (Kern)

und einem flexiblen Instrumentarium zusammen, das falladäquat einzusetzen ist.

Nachfolgend wird das flexible Instrumentarium dargestellt:
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Rechtswissenschaften
Eine vertiefte Kenntnis des Straf- und Strafprozessrechts im Sinne des idealen Strafprozesses wird bei der Bergführermethode vorausgesetzt. Auf der Basis dieses Vorwissens bedarf es aus Sicht des Praktikers ein paar zusätzlicher Bemerkungen.
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Das interne Gehör
Das interne Gehör basiert auf der Menschenwürde und stellt die wesentlichen Aspekte der Beziehung zwischen einer Mandantin bzw. einem Mandanten und dessen Strafverteidigerin bzw. Strafverteidiger dar. Die Beziehung ist in Vielem ähnlich zu derjenigen zwischen einem Bergführer und dessen Gast.
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Das Fünf-Faktoren-Modell (Big Five) der Persönlichkeitspsychologie
Das Fünf-Faktoren-Modell basiert auf einer empirischen Grundlage und stellt das zur Zeit anerkannteste Modell innerhalb der Persönlichkeitspsychologie dar, um Menschen in ihrer individuellen seelischen Eigenart zu umschreiben. Für die Strafverteidigung stellen die Big Five ein Instrument dar, mit dem man sich selbst und Dritte besser einschätzen kann.
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Ressourcenmanagement
Eine Strafverteidigung im realen Strafprozess verlangt von einer Strafverteidigerin bzw. einem Strafverteidiger in Form von Engagement und Herzblut erhebliche Ressourcen. Eine intensive Tätigkeit als Strafverteidigerin bzw. als Strafverteidiger über Jahre hinweg beinhaltet daher die erhöhte Gefahr krank zu werden, auszubrennen, zu verbittern oder zur Zynikerin bzw. zum Zyniker zu werden. Gleichzeitig sollte die Strafverteidigung wie ein Bergführer selbst dann noch über Reserven verfügen, wenn der Gast längst aus seiner Komfortzone gekommen ist. – Wie macht man das? Wie bleibt man als Strafverteidigerin bzw. als Strafverteidiger gesund?
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Der ideale und der reale Strafprozess
In der Bergführermethode wird zwischen dem an der Universität erlernten idealen und dem im Rechtsalltag herrschenden realen Strafprozess unterschieden.
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Das strategische Schachbrett
[Text folgt.]
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Entscheiden
Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger haben wie Bergführer immer wieder Entscheidungen zu treffen. Wie geht man am Besten vor?
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Der Stufen des Tatverdachts
[Text folgt.]
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Die Interessen der Mandantin bzw. des Mandanten
Nach Art. 128 Strafprozessordnung ist die Verteidigung in den Schranken von Gesetz und Standesregeln einzig den Interessen der beschuldigten Menschen verpflichtet. Für die Strafverteidigung sind die Interessen der Mandantinnen und Mandanten somit von zentraler Bedeutung. Über welche Interessen verfügen die Mandantinnen und Mandanten?
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Die Funktion der Strafverteidigung nach der Bergführermethode
Die Funktion als Strafverteidigerin bzw. Strafverteidiger besteht nach der Bergführermethode darin, Menschen in Wahrung des internen Gehörs und in Umsetzung ihrer Interessen innerhalb von Gesetz und Standesregeln durch das schwierige Gelände des realen Strafprozesses gezielt und sicher zu führen und zu begleiten.
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Perspektivenwechsel
[Text folgt].
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Gefahr und Risiko
Für einen Bergführer ist es wesentlich, Gefahren zu erkennen und das aus ihnen fliessende Risiko einzuschätzen. Dasselbe gilt für die Strafverteidigung. Ohne eine Gefahren- und Risikobeurteilung lässt sich kaum eine erfolgreiche Strafverteidigung führen.
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Formale Logik
Aristoteles war der Begründer der formalen Logik. Er zeigte auf, wie aus Prämissen formal korrekt auf eine conclusio geschlossen werden kann. Die formale Logik wurde in moderner Zeit durch die Aussagen- und Prädikatenlogik erweitert. Obwohl Juristen tagtäglich gestützt auf Prämissen Schlussfolgerungen ziehen, sind ihnen erstaunlicherweise die Regeln der formalen Logik oftmals nicht bekannt.
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Die Bühne der Justitia
Wer spielt auf welche Weise weshalb welche Rolle in einem Strafverfahren? Die Analyse der Bühne der Justitia ist im realen Strafprozess wesentlich und bildet einen Teil des strategischen Schachbretts.
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